LPT Broschüre – Serie, Teil 7

VERSUCHE AN Ratten (Beispiele)

Die Gattung der Ratten umfasst etwa 65 Arten. Die meisten von ihnen leben in Australien, Südostasien und Neuguinea. Weltweit verbreitet sind heute insbesondere die Hausratte und die Wanderratte. Die einzelnen Arten sind sehr unterschiedlich.

Ratten leben überwiegend in Wäldern. Während einige Arten ihre Nester in Bäumen bauen, leben andere in hohlen Baumstämmen, Erdbauten oder Felsspalten. Die meisten Arten vermeiden die Nähe zu Menschen, einige haben sich dem Menschen aber auch angepasst und lassen sich sowohl in Feldern und anderen landwirtschaftlich genutzten Flächen als auch in Häusern finden. Ratten sind nachtaktive Gruppentiere, die untereinander eine Rangordnung ausbilden und sich gegenseitig am Geruch erkennen. Sie pflegen oft lebenslange Freundschaften. Ratten sind Allesfresser und obwohl die meisten Arten Körner, Samen, Nüsse und Früchte bevorzugen, gibt es auch Arten, die sich hauptsächlich von Fleisch ernähren.

362.530 Ratten wurden 2014 in deutschen Laboren benutzt, wie eine Statistik des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zeigt. Zu den vermutlich am häufigsten in der biomedizinischen Forschung verwendeten Auszuchtstämmen gehören die (auch bei LPT genutzten) Wistar* und Sprague-Dawley Ratten*. Bei Wistar Ratten handelt es sich um einen ausgezüchteten Albino-RattenStamm, welcher als erster Ratten-Stamm in der medizinischen und biologischen Forschung verwendet wurde. Die Forschungsbereiche, die diese Ratten verwenden, umfassen unter anderem die Pharmakologie und die Toxikologie. Wistar Ratten werden aber in allen Forschungsbereichen von Medizin und Biologie benutzt und gelten als leicht zu züchten und langlebig. Sprague-Dawley Ratten, welche aus dem Stamm der Wistar Ratten gezüchtet wurden, werden insbesondere im Bereich der Pharmakologie, der Reproduktions- und Verhaltensforschung und in der Toxikologie eingesetzt.
Aufgrund ihrer Gutmütigkeit und ihrer leichten Handhabung sind Sprague-Dawley Ratten in Tierversuchslaboren gern genutzte Tiere.

„362.530 Ratten wurden 2014 in deutschen Laboren benutzt.“

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Ratten pflegen oft lebenslange Freundschaften.

28-tägige Studie zur Giftigkeit von wiederholter Dosisgabe von 4-ACETAMIDO-TEMPO durch orale Verabreichung an Sprague-Dawley Ratten

Art: Auftragsforschung, Datum: Juli 1997

Auftraggeber: Degussa / Hüls AG, DUV-PS-Toxikologie, Bau 2328/PB12, 45764 Marl, Kontaktperson: Dr. med. vet. N. Krüger

Durchgeführt durch: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG

Tiere: 60 Sprague-Dawley Ratten* (Charles River*, Sulzfeld, Deutschland)

Es handelt sich hierbei um einen Giftigkeitstest des chemischen Produktes 4-Acetamido-TEMPO. Der Test wird an 60 Ratten (30 männlich, 30 weiblich) durchgeführt. Die Tiere werden in vier Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 (20 Tiere) ist die Kontrollgruppe, Gruppe 2 (10 Tiere) bekommt 200 mg 4-Acatamino-TEMPO/kg/Tag, Gruppe 3 (10 Tiere) bekommt 600 mg 4-AcataminoTEMPO/kg/Tag und Gruppe 4 (20 Tiere) bekommt 1800 mg 4-AcataminoTEMPO/kg/Tag. Die Testsubstanz wird täglich oral verabreicht. Je 10 Tiere der Gruppen 1 und 4 erhalten eine 14-tägige Erholungsperiode nach dem 28-tägigen Giftigkeitstest.

Während des Tests werden in den Gruppen 3 und 4 folgende Beobachtungen gemacht: Bewegungsunlust, Beeinträchtigung des Stellreflexes, verminderte Körpertemperatur, erhöhter Speichelfluss und vermehrte Passivität. In der höchstdosierten Gruppe 4 sitzen die Tiere vermehrt in Hockstellung, haben eine erhöhte Muskelanspannung und Gänsehaut. Ferner ist in dieser Gruppe ein Verlust des Körpergewichtes von 4 – 10 % zu erkennen. Außerdem sterben zwei Weibchen (Nr. 55 und 58) vor Testende am vierten Tag und zwei Tiere sterben am 22. Testtag.

Die Tiere aus Gruppe 2 zeigen keine nennenswerte toxische Wirkung. In Gruppe 3 wird ein Einfluss auf die neurofunktionalen Parameter beobachtet sowie auf die Nahrungsaufnahme. Alle Tiere dieser Gruppe zeigen eine Gewichtszunahme der Leber, die im Zusammenhang mit der Dosis auftritt. In Gruppe 4 (1800 mg/
kg) werden Leber- und Nierenerkrankungen festgestellt, die männlichen Ratten dieser Gruppe entwickeln ein nephrotisches Syndrom (Nierenerkrankung). Alle beschriebenen Effekte sind nicht chronisch, nach zwei Wochen ohne Dosisgabe sind alle Effekte und Störungen reversibel.5 Unter diesen Testbedingungen wird festgestellt, dass der NOAEL* bei 200 mg/kg Körpergewicht am Tag liegt.

Titel: 28-Days Repeated Dose Toxicity Study of 4-Acetamido-TEMPO by oral administration in Sprague-Dawley Rats.

Quelle: LPT Report Nr. 10247/1/96
(online: http://www.epa.gov/opptintr/tsca8e/pubs/8ehq/2003/oct03/fyi_1003_01466a.pdf)

Kombination von MIDGE-Th1 DNA Impfstoffen mit der
kationischen lipidSAINT-18: Studien zur Immunisierung

Art: Wissenschaftlicher Artikel, Datum: 2013 (publiziert 2014)

Autoren: Anne Endmann, Detlef Oswald, Oliver Riede, Matthias Schroff, Christiane Kleuss, Christiane Juhls (MOLOGEN AG, 14195 Berlin,
Germany), Eduard G. Talman, Roelien E. Vos (Synvolux Therapeutics B.V., 9713 Groningen, Niederlande ), Marcel H.J. Ruiters (Synvolux und
Department of Pathology and Medical Biology, University Medical
Center Groningen, 9713 GZ Groningen, Niederlande)

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Durchgeführt durch: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology
GmbH & Co. KG

Tiere: Wistar Ratten* (Charles River*, Sulzfeld, Deutschland)
und BALB/C Mäuse*

Retrobulbar venous plexus Technik: Entnahme einer Blutprobe aus dem Venengeflecht hinter dem Auge, oben am Beispiel eines Hamsters, unten bei einer Ratte.

Zwischenablage03In dieser Studie wird ein Immunogenitätsversuch* an Mäusen sowie ein Biodistributionsversuch* an Ratten durchgeführt.
Die Mäuse sind bei der ersten Impfung (Immunisierung) 81 – 82 Tage alt. Den Mäusen (6 pro Gruppe) werden 10 µg MIDGE-HBsAg-Th1 Vektoren und eine steigende Konzentration SAINT-18 injiziert. Die Injektion erfolgt am Schwanzansatz. Diese Impfung erfolgt an Testtag 1 sowie an Testtag 21. An Testtag 35 wird das Blutserum auf Antikörper überprüft. Um mögliche Effekte der DNA-Konzentration auf die Immunogenität herauszufinden, werden zwei verschiedene DNA-Konzentrationen getestet. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass es in den Blutwerten und in den biochemischen Parametern keine Zeichen von Intoleranzreaktionen gibt. Es gibt außerdem keine Veränderungen im Körpergewicht.

Zwischenablage05Die Ratten (männlich 58 – 61 Tage alt, weiblich 72 – 76 Tage alt) werden in nach Geschlecht getrennte Gruppen von 30 Tieren eingeteilt. Den Tieren werden 83 µg MIDGE-synSHBsAgTh1 Vektoren in Kombination mit 8,3 µl 7,5 mM SAINT-18 oder mit 8,3 µl Wasser am Schwanzansatz einmalig injiziert. Nach 24 Stunden, 14 Tagen und 60 Tagen wird jeweils 10 Tieren pro Gruppe Blut aus dem Venengeflecht hinter dem Augapfel (Retrobulbar venous plexus Technik*, siehe Abbildungen rechts) abgenommen. Danach werden die Tiere getötet und folgende Gewebeproben für weitere Untersuchungen entnommen: Lymphknoten, Leber, Niere, Herz, Lungenmuskel, Gehirn, Knochen sowie die Haut an der Injektionsstelle.
Titel: Combination of MIDGE-Th1 DNA vaccines with the cationic lipidSAINT-18: Studies on formulation, biodistribution and vector clearance.
Quelle: Vaccine, Nr. 32 (2014), S. 3460–3467

»NACH 24 STUNDEN, 14 TAGEN UND 60 TAGEN WIRD JEWEILS 10 TIEREN PRO GRUPPE BLUT AUS DEM VENENGEFLECHT HINTER DEM AUGAPFEL […] ABGENOMMEN. DANACH WERDEN DIE TIERE GETÖTET.«

Studie zur akuten Giftigkeit der Einatmung von Kupfer KU 7600 bei Ratten

Art: Auftragsforschung, Datum: 2011

Auftraggeber: unbekannt (confidential/geheim)

Durchgeführt durch: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG

Tiere: 6 Sprague-Dawley Ratten* (Charles River*, Deutschland)

Dieser Versuch wird an 6 Sprague-Dawley Ratten durchgeführt. Die Ratten werden in zwei Gruppen eingeteilt. Gruppe 1 besteht aus drei männlichen Ratten (ca. 7 Wochen alt), Gruppe 2 aus drei weiblichen Ratten (ca. 9 Wochen alt). Die Tiere werden zwei Tage vor dem Versuch jeweils für eine Stunde in eine enge Plexiglasröhre gesteckt, aus der nur die Nase heraus schaut (Nose-only Inhalationsröhre) (Abb. links), um sie daran zu gewöhnen.

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Der Test selber findet über einen Zeitraum von vier Stunden statt. Die Ratten müssen in dieser Zeit in der Nose-only Inhalationsröhre Staub aus mit aliphatischer Säure beschichteten Kupferflocken inhalieren. Gruppe 1 erhält eine geringere Dosis als Gruppe 2. Nach der vierstündigen Inhalationsphase werden die Tiere noch 14 Tage auf Vergiftungserscheinungen überprüft: Sie werden mindestens einmal täglich auf klinische Anzeichen untersucht und das Körpergewicht wird am Anfang und am Ende der Versuchsphase überprüft.

Direkt nach der Inhalationsphase bis zum vierten Tag nach der Inhalation zeigen alle Tiere leichte bis stärkere Bewegungsstörungen und Zittern. Des Weiteren leiden alle Ratten an Atemstörungen bzw. Atemnot. An Tag 2 und 4 zeigen die Ratten aus der höherdosierten Gruppe zusätzlich Bewegungsunlust. Nach 14 Tagen werden alle Tiere getötet und pathologisch untersucht, außerdem werden die Organe entnommen und in Formalin eingelegt.

Titel: Acute inhalation toxicity study of copper KU 7600 in rats.

Quelle: LPT Report No.: 27371, (unveröffentlicht, zitiert unter: http://echa.europa.eu/documents/10162/13626/attachment_6_copper_flakes_en.pdf)

Vergleichende pharmakokinetische/pharmakodynamische Charakterisierung des Medikaments MC0609 am Beagle-Hund

Art: Wissenschaftlicher Artikel, Datum: 2014

Autoren: Stephan Borghorst, Georg Hempel (Institut für Pharmazeutische und Medizinische Chemie, Klinische Pharmazie, Westfälische WilhelmsUniversität Münster), Sabine Poppenborg, Dieter Franke, Thorsten König, Joachim Baumgart (medac GmbH, Theaterstrasse 6, 22880 Wedel)

Durchgeführt durch: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology
GmbH & Co. KG

Tiere: 80 Ratten (Charles River*), 63 Beagle-Hunde

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In diesem Versuch wird ein neues Medikament (MC0609) gegen akute lymphatische Leukämie im Vergleich zum etablierten Medikament Oncaspar getestet. Der Wirkstoff wird aus genmanipulierten E. coli Bakterien gewonnen, um eine mögliche Abwehrreaktion des Immunsystems im Vergleich zu bereits genutzten Medikamenten zu reduzieren. Hierzu werden 80 Ratten in 4 Gruppen mit jeweils 10 männlichen und 10 weiblichen Tieren eingeteilt. Pro Gruppe wird Oncaspar oder MC0609 in den Dosen 100 oder 500 u/kg einmalig in die Vene gespritzt. Danach wird den Ratten für 29 Tage täglich Blut abgenommen und bestimmte Blutwerte werden überprüft. Es geht aus der Veröffentlichung nicht hervor, ob die Tiere nach dem Versuch getötet werden.

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Im gleichen Versuch werden 63 Beagles in verschiedene Gruppen unterteilt. Sechs Gruppen aus jeweils 4 weiblichen und 4 männlichen Hunden wird jeweils 20, 100 oder 500 u/kg MC0609 bzw. Oncaspar ebenfalls einmalig intravenös injiziert.
Die anderen 15 Beagles werden für einen Bioverfügbarkeitstest* in drei Gruppen von je 5 Hunden unterteilt. Zwei Gruppen bekommen 75 u/kg MC0609 in die Vene oder 75u/kg in den Muskel gespritzt, im Vergleich zur dritten Gruppe, welche 75 u/kg Oncaspar einmalig in den Muskel injiziert bekommt. Den Beagles aus den 6 Testgruppen (20, 100 und 500 u/kg) wird die nächsten 57 Tage täglich Blut aus der Vorderbeinvene abgenommen. Den Hunden aus den Bioverfügbarkeitsgruppen wird in den nächsten 43 Tagen täglich Blut entnommen. Es werden jeweils verschiedene Blutwerte überprüft. Es geht aus der Veröffentlichung nicht hervor, ob die Hunde durch die Medikamentengabe körperliche Auffälligkeiten zeigen.

Titel: Comparative pharmacokinetic/pharmacodynamic characterisation of a new pegylated recombinant E. coli l-asparaginase preparation (MC0609) in Beagle dog.

Quelle: Cancer Chemother Pharmacol DOI 10.1007/s00280-014-2506-9, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Studie zur Giftigkeit von D-Kampfer bei schwangeren Ratten und Kaninchen und deren Embryonen

Art: Wissenschaftlicher Artikel, Datum: 1997

Autor: Jost Leuschner

Durchgeführt durch: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology GmbH & Co. KG

Tiere: 100 schwangere Sprague-Dawley Ratten* (Moellegard Breeding Center*, Ejby, Dänemark); 56 schwangere Himalaya Kaninchen* (Chr. Fred Leuschner & Co, Löhndorf, Deutschland)

Bei diesem Tierversuch wird die Giftigkeit von D-Kampfer an schwangeren Tieren überprüft. Kampfer ist ein Wirkstoff, der im ätherischen Öl des Kampferbaumes vorkommt. Der Wirkstoff wird normalerweise nur äußerlich angewendet und ihm wird eine schmerzstillende und durchblutungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Er wird häufig für Erkältungsbäder bzw. -salben verwendet. Bei diesem Versuch wird der Wirkstoff allerdings schwangeren Ratten und Kaninchen per Magensonde eingeführt, um herauszufinden, ob der Verzehr der Substanz Veränderungen beim Fötus auslöst.

Hierzu werden 100 schwangere Sprague-Dawley Ratten in Einzelkäfigen gehalten. Die Ratten werden in drei Gruppen eingeteilt und ihnen werden vom 6. bis zum 17. Tag der Schwangerschaft täglich verschiedene Dosen D-Kampfer (216 mg/kg, 464 mg/kg und 1000 mg/kg Körpergewicht) gegeben. Täglich wird die Futter- und Wasseraufnahme der Tiere sowie ihr Körpergewicht kontrolliert. Außerdem werden die Tiere auf Vergiftungserscheinungen hin beobachtet. Am 20. Tag der Schwangerschaft werden alle Tiere getötet und die Embryonen auf Fehlbildungen untersucht.
An keinem der Embryonen können Abweichungen festgestellt werden. Während des Versuches zeigt die Dosis-Gruppe mit 216 mg/kg keine klinischen Veränderungen. Die Gruppe Ratten, welche 464 mg/kg erhielt, reduziert die Futteraufnahme und hat einen erhöhten Speichelfluss. Starke Vergiftungserscheinungen werden bei den Tieren mit der stärksten Dosierung beobachtet: Sie zeigen Zuckungen/Krämpfe, verminderte Bewegungslust, Gänsehaut und Veränderungen des Körpergewichts. Außerdem werden bei der Obduktion einiger Ratten aus den Gruppen mit einer mittleren bzw. hohen Verabreichungsmenge Tumore im Magen gefunden.

Des Weiteren wird in dem Versuch eine Gruppe von 56 schwangeren Himalaya Kaninchen* in Einzelkäfigen gehalten. Den Tieren werden vom 6. bis zum 18. Tag der Schwangerschaft verschiedene Dosen D-Kampfer (147 mg/kg, 313 mg/kg, 681 mg/kg) per Zwangsfütterung mittels einer Magensonde eingeführt. Das Körpergewicht sowie die Wasser- und Nahrungsaufnahme werden täglich überprüft. Am 20. Tag der Schwangerschaft werden alle Kaninchen getötet und die Embryonen auf Fehlbildungen bzw. Abweichungen hin untersucht. In keiner der DosisGruppen können Fehlbildungen an den Embryonen festgestellt werden. Während des Testes zeigen die Kaninchen aus der höchst dosierten Gruppe Abweichungen in Bezug auf Fressverhalten und Körpergewicht.

Titel: Reproductive Toxicity Studies of D-Camphor in Rats and Rabbits.

Quelle: Arzneimittel-Forschung / Drug Research 47 (I), Nr. 2 (1997), S. 124-128

Eine vorläufige pharmakokinetische Studie zu Triterpen,
einem Bestandteil von Birkenrinde (Betulae alba cortex)

Art: Wissenschaftlicher Artikel, Datum: 2008

Autoren: Sebastian Jäger, Armin Scheffler (Carl Gustav Carus-Institut, 75223 Niefern-Öschlbronn), Melanie N. Laszczyk (Carl Gustav Carus-Institut, 75223 Niefern-Öschlbronn; Betulin-Institut, 64297 Darmstadt)

Durchgeführt durch: LPT Laboratory of Pharmacology and Toxicology
GmbH & Co. KG

Tiere: 36 Sprague-Dawley Ratten* (Charles River*), 18 Beagle-Hunde
(Morini*)

In diesem Versuch wird die Giftigkeit von Extrakten der Birkenrinde an Ratten und Beagle-Hunden untersucht. Einige Bestandteile der Birkenrinde werden in der Pharmaindustrie als antiviraler und hautschützender Wirkstoff eingesetzt, unter anderem bei Hautkrankheiten. Es wird ihnen auch eine tumorhemmende Wirkung zugesagt. In den vorliegenden Tests wird die Giftigkeit von Triterpen (TE), einem chemischen Bestandteil der Birkenrinde, getestet. Für Triterpen wurden bereits früher LD50-Tests* an Mäusen durchgeführt.

Die Giftigkeitstests werden in zwei verschiedenen Versuchen durchgeführt. Zunächst wird die Giftigkeit von Triterpen an Hunden untersucht. Dazu wird Beagles (3 weibliche und 3 männliche pro Gruppe, insgesamt 3 Gruppen) für 28 Tage eine Dosis von 30 mg/kg, 100 mg/kg bzw. 300 mg/kg TE täglich unter die Haut injiziert. Täglich werden Gewicht, Fressverhalten und Blutwerte kontrolliert. Nach 28 Tagen werden die Hunde getötet und eine toxikologische Untersuchung des Körpers vorgenommen. Es wird keine gesundheitsschädliche Wirkung von TE festgestellt.

In der zweiten Versuchsreihe wird 36 Sprague-Dawley Ratten (je 3 männliche und 3 weibliche pro Gruppe) über einen Zeitraum von 28 Tagen täglich TE in die Bauchhöhle injiziert. Die Dosierungen variieren von 60 g/kg bis hin zu 540 g/kg. Täglich wird das Blut kontrolliert. Danach werden die Ratten getötet und ihre Organe auf Abweichungen hin untersucht. Auch hier wird keine gesundheitsschädliche Wirkung festgestellt. Die Ratten haben während des Versuches Entzündungen und Irritationen an den Einspritzstellen, doch dies wird als normaler Effekt von Ablagerungen eingestuft.
Titel: A Preliminary Pharmacokinetic Study of Betulin, the Main Pentacyclic Triterpene from Extract of Outer Bark of Birch (Betulae alba cortex).

Quelle: Molecules, Nr. 13 (2008), S. 3224-3235


Auf Mapofhope veröffentlicht mit freundlicher Erlaubnis und Unterstützung durch:
© Kampagne LPT-Schließen
Hamburg, 2017
Layout: Katharina Rot
Bildnachweise
Wir bedanken uns für das Bereitstellen des Bildmaterials dieser Broschüre unter anderem bei:

PETA (S. 15), BUAV – British Union for Abolition of Vivisevtion (S. 16 & 21),
Ärzte gegen Tierversuche (S. 17 & 30),
speakupforthevoiceless.org (S. 31),
CAARE – Citizens for Alternatives to
Animal Research and Experimentation
(S. 20) und Animal Aid (S. 24 & 26).
http://www.lpt-schliessen.org
info@lpt-schliessen.org

Die gesamte Broschüre kann als PDF direkt bei http://www.lpt-schliessen.org heruntergeladen werden.

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